2018

 

 

 

Plaidter Grundschulkinder machen die Piste in Österreich "unsicher"

 

Zum 7. Mal in Folge zog es im Februar die Plaidter Grundschulkinder in den Schnee. Fünf Tage voller Erlebnisse auf und neben der Piste – darauf freuten sich die 27 Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren. Einige von ihnen standen das erste Mal auf Skiern, glücklicherweise bei Neuschnee und Kaiserwetter im Tannheimer Tal in Österreich.

 

Skifreizeit

 

Herausforderung Nummer eins wartet schon auf Till. Das Spannbettlaken finden und das Bett beziehen. Nicht leicht, wenn man das vorher noch nie gemacht hat. 27 Kinder der Grundschule aus Plaidt wagten wieder das Abenteuer „Skischullandheimausflug“. Vom 11. bis 15. März ging es mit dem Bus ins 500 km entfernte Tannheimer Tal, nahe der deutsch-österreichischen Grenze. Die Reisetruppe bestehend aus Kindern aller Klassenstufen, einigen Eltern und Lehrern wird mit starkem Schneefall empfangen. Der Jubel ist groß, solche Schneemassen kennen die Kids aus Rheinland-Pfalz meist nur von Bildern. Bereits zum siebten Mal findet der Skischullandheimausflug der Grundschule Plaidt statt. Er startet wie immer mit der Ausgabe der Leihausrüstung und dem Bezug des Selbstversorgerhauses. Urig, hellhörig und gemütlich ist es hier. Gekocht und gespült wird selbst. Eigens dafür ist dieses Jahr Küchenfee Sabine mitgereist. Die Lebensmittel zur Verpflegung haben die Eltern spendiert und Edeka Wirtz unterstützt die Reise durch eine große Obst- und Gemüsekiste. Unterstützung sichert auch der Förderverein der Grundschule Plaidt zu.

 

Alle machen mit

Luisa sucht noch ihr Zimmer und der kleine Felix schnappt sich schon mal ein Stück Kuchen. Angelika Dähler ruft noch ein paar Anweisungen in den Flur, dann genehmigt sie sich erst mal eine Tasse Tee. Die Konrektorin der Grundschule Plaidt seufzt schwermütig, denn es ist ihr letzter offizieller „Ausflug“ nach Österreich. Nächstes Jahr geht sie in vorzeitigen Ruhestand. Seit 37 Jahren ist sie im Schuldienst, seit 2008 in Plaidt als stellvertretende Direktorin. Dass Kinder früh Ski fahren lernen, das ist ihr ganz wichtig. Aber es sei doch so viel mehr: „Alles das, was Kinder können müssen: Sozialkompetenz, Rücksichtnahme, Miteinander – das alles lernen sie hier. Und dabei betätigen sie sich sportlich bei einer modernen Sportart, stärken ihr Selbstbewusstsein und bekommen viel frische Luft. Besser geht es doch nicht“, so Dähler. Ihr Mann Horst nickt zustimmend. Er unterstützt seine Frau am Hang, aber auch am Abend mit originellen Sprüchen im Gemeinschaftsraum. Überhaupt ist die Atmosphäre dieses Jahr besonders fröhlich. Viele Eltern sind mitgereist und übernachten in den umliegenden Hotels. Alle helfen mit. Petra kratzt den Schnee aus den Skibindungen, Kathrin redet den Anfängern gut zu und drei Väter graben nachts einen im Neuschnee verlorenen gegangenen Schuh wieder aus. Auch wenn der Tellerlift am Übungshang anfangs unbeliebt ist - am Ende der drei Tage bleibt keiner ohne Erfolgserlebnis. Viele Anfänger wagen sogar den Rundkurs mit mittelschweren Pisten, Ankerliften und steilen Teilstücken. Jeder Skitag endet mit rotwangigen Kids, die freudestrahlend zur Hütte zurückkehren.

 

Hier lernen die Kinder nicht nur Skifahren:

Lena Redenbacher ist dieses Jahr zum ersten Mal mitgekommen. Die junge Lehrerin soll die Abläufe kennenlernen und das Zepter im kommenden Jahr dann offiziell in die Hand nehmen. „Mein Mann Horst und ich sind aber natürlich unterstützend dabei“, beruhigt Dähler. „So viel Herzblut steckt in diesem Projekt, damit kann man nicht einfach aufhören.“ Nicht überall traf sie mit dem Aufenthalt im Schnee auf offene Türen. So mancher Kollege teilt ihren Enthusiasmus für den Skisport nicht. Aber Dähler ist überzeugt, dass die Grundschule die Fahrt auch in den kommenden Jahren weiterhin durchführen wird. Einige Plaidter Familien sind auf Wunsch ihrer Kinder zu Wintersportlern geworden und fahren nun auch privat in die Berge.

Am letzten Abend wird beim Abendessen resümiert, was den Kindern am besten gefallen hat. Amy findet die Berge in Österreich schön, Tony mochte vor allem die steilen Pisten und ein Junge ruft: „ Man muss sich um sich selbst kümmern und braucht die Eltern nicht für alles.“ Genau das macht diese Fahrt so wertvoll.

 


 

Die Löwen lesen - Grundschüler verschenken Vorlesezeit

 

Ringel

 

Im Rahmen der diesjährigen rheinland-pfälzischen Lesetage stand bei der Löwenklasse 2c der Grundschule Plaidt das Vorlesen wieder einmal ganz im Mittelpunkt. An einem Schulvormittag lud die Löwenklasse drei Omas in die Schule ein, die Vorlesezeit verschenkten, indem sie den Kindern in gemütlicher Runde ihre Wunschgeschichte vorlasen. Am nächsten Tag machten sich die Löwen mit ihrer Klassenlehrerin Frau Ringel auf den Weg ins Seniorenzentrum Maria vom Siege, um dort ihre spannende Klassenlektüre vorzulesen. Die 20 Zweitklässler erfreuten die Senioren mit ihrem Vorlesegeschenk sehr und bewiesen, wie gut sie bereits lesen können. Abgerundet wurde dieser Besuch damit, dass die SchülerInnen nach der Vorlesezeit mehrere kleine Gedichte und ihre Lieblings-Herbstlieder mit viel Spaß vortrugen. Die Senioren waren von den Darbietungen derart begeistert, dass sie die Klasse zu einem weiteren Besuch einluden. Nicht nur das Vorlesen, auch der fröhliche, unbeschwerte Kontakt zwischen den Generationen war für alle Beteiligten eine schöne Erfahrung und machte diesen Schultag zu einem rundherum gelungenen Lerntag.


 

Chicken Nuggets im Schnee - die Plaidter Grundschule bricht zum sechsten Mal zur Skischulwoche ins Tannheimer Tal auf

Mitte Februar machen sich 27 Kinder aus der Grundschule Plaidt ins 450 km entfernte Tannheimer Tal auf. Ihr Ziel: Skifahren lernen, Gemeinschaft üben. Mit dabei: Initiatorin Angelika Dähler. Grundschulkinder aus Rheinland-Pfalz und ein Skischulaufenthalt? Kein Widerspruch, findet die Konrektorin.

Skifahrt Gruppenbild

Die kleine Leni schleppt schwer an ihren Skiern, die Brille hängt schief. Auch das Laufen in den Skischuhen läuft noch nicht rund. Angelika Dähler treibt sanft von hinten an, denn Leni und weitere 28 Kinder der Grundschule Plaidt müssen den Skibus erreichen. Dieser wird die Gruppe zum Übungshang bringen. Dort scharrt die zweite Lehrerin im Bunde, die sympathische Anna Geich-Gimpel die Kinder zur Skigymnastik zusammen. „Das kennt ihr aus dem Sportunterricht“, ruft sie. Die Kinder wärmen sich mit Übungen namens Hamburger, Chicken Nuggets oder Milkshake im Schnee auf. Bald gibt es eine vergnügtes Chaos neben der Piste und jede Menge rotwangiger Kinder.

Angelika Dähler, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule in Plaidt, reist bereits zum sechsten Mal nach Schattwald ins Tannheimer Tal mit einer Horde Kinder aller Klassenstufen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren. Einige waren schon mehrmals dabei und können bereits in die Fortgeschrittenen- Gruppe eingeteilt werden. Alle anderen üben erst ohne Hardware am flachen Hang. „Du wirst sehen: spätestens morgen Nachmittag fahren die alle ohne Probleme die ersten Pisten“ schmunzelt Dähler. Ihr Mann Horst, pensionierter Lehrer, hat alle Skischulaufenthalte mit begleitet und erinnert sich noch jedes Gesicht aus den letzten Jahren. Angefangen hat alles mit einem handschriftlich verfassten Briefs eines Tirolers, der in seine schöne Region und Unterkunft einlud. Angelika ließ sich nicht lange bitten. Sie selbst ist passionierte Skifahrerin seit ihrer Jugend und mehrmals im Jahr im Schnee. Überzeugt, dass eine Skireise auch mit Grundschülern umzusetzen sei, fackelte Angelika nicht lange, machte zusammen mit Horst den Übungsleiterschein, diskutierte mit Kollegium und Schulleitung, leistet Lobbyarbeit in einer Gegend, die mehrere hundert Kilometer von der Alpen entfernt liegt und in der eher Fußball oder Badminton das Vereinsleben bestimmen. 2013 kann sie ihre erste Gruppe Kinder und ein paar begleitende Eltern mit in den Schnee nehmen.

Alle helfen mit, auch die lokalen Supermärkte

Die ersten Stunden auf dem Übungshang sind vergangen. Anne fährt mittlerweile alleine Tellerlift und die ersten Pistenkilometer langsam ab. Ihre Mutter Kathrin ist begeistert: „Wahnsinn, was sie in so kurzer Zeit gelernt hat.“ Kathrin und einige andere Eltern haben die Gelegenheit ergriffen und sind gleich mit ins Allgäu gefahren. Sie kommen im Ort in den umliegenden Pensionen unter. Die Kinder sind in einem Selbstversorgerhaus mit Mehrbettzimmern untergebracht. Frühstück und Abendessen werden von Claudia, der „mitgebrachten“ Küchenfee organisiert. Zahlreiche Kuchen, Wurst und Käse wurden aus der Heimat importiert. Die Plaidter Supermärkte Rewe und Edeka spenden Obstkisten. So können die Kosten für die Freizeit niedrig gehalten werden. Die Anreise erfolgt mit dem Bus, Unterricht erteilen die beiden Lehrerinnen selbst. Nur mittags und am An- und Abreisetag wird günstig auswärts gegessen. Eine logistische Meisterleistung von Angelika, die man oft mit Liste und Lesebrille antrifft. Der Aufwand lohnt sich. Der Ablauf ist mittlerweile perfektioniert. Vor allem erstaunt aber die Mitarbeit und Disziplin der Kinder. Am ersten Skitag stehen die meisten schon eine Stunde vor Abfahrt in voller Montur im Gang. Am Nachmittag wird unaufgefordert geduscht. Selbstständig richten die Kinder ihr Material für den nächsten Tag. Julius findet seine Skibrille nicht. Sarah hilft suchen. Auch auf der Piste

helfen die erfahreneren Kindern den Anfängern beim Aufstehen, am Lift oder beim Einsteigen in die Ski.

Vor dem Abendessen trommelt Dähler die Kinder noch mal in den Gemeinschaftsraum. Da kommt die mitgebrachte Gitarre zum Einsatz. „I will Schifoan“ wird besonders laut geschmettert. Oder es gibt eine kurze Unterrichtseinheit, wie lauten die vier Fälle eines Nomens, wie sind Vulkane aufgebaut , wie rechnet man vorteilhaft große Zehnerzahlen im Kopf, wie lauten die Pistenregeln. Angelika hält kurz inne: „Die lernen hier so viel. So viel mehr als nur Mathe oder Deutsch. Sozialkompetenz, Selbstständigkeit. Selbstwertgefühl.“ Sie stößt aber mit ihrer Skischulwoche nicht überall auf Zustimmung. Immerhin muss der Unterrichtsstoff einer Woche von den Kindern nachgearbeitet werden. „Leider haben auch viele Eltern Angst, es könne was passieren. Skifahren ist halt kein Sport in der Halle“, so Dähler.

Schnelle Fortschritte – nicht nur für die Kids

Zurück auf die Piste. Mittagessen und Skiwasser gibt’s in der Hütte direkt an der Piste. Einige Mitreisende haben gar keine Kinder mehr im Grundschulalter, sind aber jedes Jahr wieder dabei. „Wir sind vor ein paar Jahren das erste Mal dabei gewesen. Mittlerweile kommen wir öfter im Jahr hierher“, sagt Roland. Mit hierher meint er den Ort Schattwald im Tannheimer Tal. Horst und Roland fahren mit den Schnellsten die schwarze Piste und filmen dabei. Es ist Nebensaison, es ist nicht viel los. Die Plaidter sind hier gern gesehene Gäste.“ Auch Mutter Kathrin hat der Skivirus erfasst. Kurzerhand bucht sie eine Stunde Privatunterricht. Als sie ihre ersten Kurven fährt, wird sie von allen gefeiert. Nach dem Tag ist sie euphorisch. „ Ich habe mich sofort wieder für 2019 angemeldet.“ Und so leistet der Aufenthalt im Schnee nicht nur Nachwuchsarbeit für die Kids, sondern bringt ganze Familien zum Skifahren. Gerade in Zeiten, in denen der Skisport Nachwuchsprobleme hat und in Österreich sogar Skischulwochen abgeschafft werden, umso erstaunlicher, dass es eine Grundschule aus Rheinland-Pfalz möglich macht.

Schon vorbei?

Die Tage verfliegen. Donnerstagabend wird resümiert. Nico jammert: „ Schade, dass es schon vorbei ist.“ Ob er seine Eltern vermisst habe? Jonas zögert: „Eigentlich nicht. Nur auf meinen Hunde freue ich mich richtig.“ Um neun Uhr am Abend fällt im Haus die Klappe. Einige Kinder scheinen dankbar, dass sie nun endlich schlafen dürfen. Die Erwachsenen treffen sich auf ein Gläschen selbstgemachten Likör. Horst begeistert durch Anekdoten aus den vergangenen Jahren. „Es wäre so schade, wenn wir diese Skischulwoche nicht weiterführen könnten“, jammert Angelika. Sie geht in zwei Jahren in Pension Und es braucht engagierte Menschen wie sie uns ihren Mann, um ein solches Projekt erfolgreich weiterzuführen. Am Freitag steht die Abreise an. Im vollgeladenen Reisebus geht es nach Plaidt zurück. Das Einräumen der Taschen ist Gemeinschaftsarbeit und in dreißig Minuten erledigt. Zum Abschluss gibt es für alle Kinder eine Urkunde. Die Bilanz: Jedes Kind kann nach den drei Tagen Skifahren. Zwei Karton Rohkost, sieben Kuchen und 150 Brötchen wurden verspeist. Nur ein abgeknickter Leihski muss bedauert werden. Eine große neue Skifamilie wurde geboren.

Skifahrt Kinder

 

 


 

Besuch des Glasbläsers

 

Glasbläser

 

Einen Einblick in die Kunst des Glasbläserhandwerks gewannen die Schülerinnen und Schüler aller  Klassen am Donnerstag, dem 30.11.2017 als Herr Krautwurst und Herr Hofmann die Glasbläserkunst vorstellten. Geschickt formte der Fachmann in einer Gasflamme aus Glasrohren Vasen, Kugeln und sogar einen Schwan. Er zeigte den Kindern, wie das Glas bearbeitet und gefärbt wird, so dass sogar verschiedene Muster entstehen. Als Ausstellungsstücke hatte er auch viele Tiere. Auch den cartesischen Taucher stellte er vor - eine kleine Glasfigur, die im Wasser auf- und abschweben kann.  Die Kinder staunten und beklatschten die Kunstwerke. Ganz besonders schön war es, zu sehen, wie eine Christbaumkugel entsteht und später sogar silbrig glänzt.

"Die Glasbläserei ist ein Handwerk", so Herr Hofmann, "das leider immer mehr verschwindet. Kann man doch so viel Weihnachtsschmuck, der in fremden Ländern maschinell aus Plastik hergestellt wird, billig erwerben."

Am Nachmittag durften sich die Kinder zu kleinen Preisen ein Andenken kaufen. So manches Weihnachtsgeschenk wird da wohl schon dabei gewesen sein.